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Ein
interkultureller Dialog: Einführung von Dr. Alan Bern, übersetzt von Dr. Ruth Schwarz Das Projekt "The Other Europeans" ist ein gemeinschaftliches Projekt von other music e.V. (Deutschland), dem KlezMORE Festival Vienna (Österreich), und dem Festival für Jüdische Kultur in Krakau (Polen). In den Jahren 2008 und 2009 werden alle drei Festivals Aktivitäten präsentieren, die die historischen und zeitgenössischen Beziehungen erforschen zwischen den Kulturen von Ashkenasischen Juden (jiddisch) und jener von Roma. Die Hauptaktivität besteht darin, zwei neue Bands zu kreieren und zu präsentieren, eine Jiddische und eine Roma-Band, die jeweils aus hervorragenden Jiddischen und Roma-MusikerInnen bestehen, die in Europa beheimatet sind. 2008 wird jede Band separate Repertoires entwickeln und aufführen, basierend auf gemeinsamen rumänischen Wurzeln. Im Jahr 2009 werden die zwei Bands zusammen arbeiten um ein Crossover-Repertoire und einen Crossover-Stil zu entwickeln. Zusätzlich zu diesem Prozess werden die Festivals auch Symposien veranstalten, Workshops für Instrumentalmusik, Gesang, Tanz und Sprachen, sowie eine Filmserie – alles jeweils mit dem Fokus auf interkulturelles Verständnis der jiddischen Kultur und der der Roma. (Für eine Liste der Aktivitäten jedes Festivals siehe bitte die jeweilige Festival-Website). |
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Krakow ● Wien ● Weimar ● |
Hintergrund Für viele Jahrhunderte hatten Juden und Roma wichtige aber ambivalente ökonomische, politische und kulturelle Rollen innerhalb der Europäischen Gesellschaften. Untergeordnet unter und immer nur provisorisch akzeptiert von den dominanten Kulturen unter denen sie lebten, entwickelten sowohl Juden als auch Roma komplexe kulturelle Identitäten; ihre eigenen Traditionen bewahrend, während sie gleichzeitig sich derer ihrer Nachbarn anpassten und mit ihnen interagierten. Deshalb repräsentieren Juden und Roma „transkulturelle“ Europäische Identitäten, sowohl real als auch in der Vorstellung. Das Ziel der Projektpartner ist es, interkulturellen Austausch zwischen den Ausführenden von jiddischer und Roma Musik zu fördern, sowohl um die Musiker und die jeweiligen Kulturen zu bereichern als auch als ein Beitrag zur gegenwärtigen Diskussion über Europäische Identität und Kultur. Forschungsschwerpunkt des Projektes
Obwohl beide
Traditionen als “transkulturell” bezeichnet werden, bestehen doch
grundlegende Unterschiede zwischen Jüdischer und Roma-Kultur, die
begründet sind in ihrer unterschiedlichen Geschichte und
unterschiedlichen Traditionen und in den politischen Ökonomien,
Geschichten und Kulturen der verschiedenen Gesellschaften, mit denen
sie interagierten. Deswegen sind die Gemeinsamkeiten in den Rollen
umso interessanter, die von professionellen Musikern in beiden
Kulturen gespielt wurden, besonders in Orten, wo sie nebeneinander
lebten. Im Vorkriegs-Rumänien und in Teilen der Ukraine, zum
Beispiel, waren ashkenasische (jiddisch-sprechende) Juden und Roma
die professionellen Musiker, die ein gemischtes Repertoire spielten
sowohl bei ihren eigenen gesellschaftlichen Ereignissen als auch in
denen ihrer Nachbarn. In dieser Hinsicht repräsentierten sie einen
erfolgreichen interkulturellen Austausch über sprachliche,
politische und kulturelle Grenzen hinweg. In Folge der Auslöschung
des europäischen Judentums durch die Nazis waren es oft die
Roma-Musiker, die in der Vorkriegszeit in jüdischen Ensembles
gespielt hatten, die ein jiddisches Musikrepertoire erhalten und
weitergegeben haben, das sonst verloren gewesen wäre. |
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